Was macht eigentlich ein Bestatter?

In der Rangliste der beliebtesten Berufe ist der Bestatter nicht auf den vorderen Plätzen zu finden. Totengräber, Leichenwäscher, oder Logistikunternehmen für Verstorbene stehen als Begriffe stellvertretend für ein (scheinbar) wenig angesagtes Berufsbild des Bestatters. Dabei hat sich gerade das Berufsbild im Bestattungshandwerk in den letzten Jahren gewandelt, hin zum Dienstleistungsunternehmen mit besonderen qualitativen und ethischen Ansprüchen.

Bestatter – ein Beruf mit schrägem Image?

Das Berufsbild des Bestatters war bislang eher medial geprägt. In zahlreichen Filmen wird der Bestatter immer noch – ganz klassisch – mit dem Schmuddel-Image des Totengräbers in Verbindung gebracht. Das Phänomen der Online-Bestatter oder Discount-Bestatter hat das Ansehen der Branche ebenfalls nicht verbessert. Im Gegenteil: Die verlockenden Preise bei Online-Bestattern können nur durch Abstriche bei den Serviceleistungen gehalten werden. Das Entsetzen bei Angehörigen ist dann besonders groß, wenn der Online-Bestatter eben nicht günstiger war als der lokale Bestattungsbetrieb. Und Bestattung ist und bleibt nun mal eine analoge Aufgabe.

Was macht eigentlich ein Bestatter?

In Deutschland gibt es ca. 6.000 Bestattungsunternehmen. Die Bestattung von Verstorbenen gehört immer noch zu den Kernaufgaben eines Bestatters. Die Aufgaben eines Bestattungsunternehmens können je nach Wunsch des Betroffenen und den Hinterbliebenen stark variieren. Zu den wichtigsten Aufgaben eines Bestatters gehört die Überführung, die hygienische Versorgung und das Ankleiden der Verstorbenen. Je nach gewählter Bestattungsart führt das Bestattungsunternehmen ebenfalls eine Aufbahrung oder die Überfahrt zum örtlichen Krematorium durch.
Weitere mögliche Leistungen eines Bestatters sind bspw. die Organisation der Trauerfeier, die Bereitstellung von Sargträgern, die Beratung beim Blumenschmuck und sogar das Regeln des digitalen Nachlasses. Viele Bestattungshäuser bieten eigene Abschiedsräume an, Hilfe bei der Trauerbegleitung, und kümmern sich um die gesamten organisatorischen Aufgaben. So bleibt den Angehörigen Zeit für die eigene Trauerbewältigung.

Was muss man als Bestatter können?

Bislang ist der Beruf des Bestatters in Deutschland kein geschützter Ausbildungsberuf. Vermutlich sind deshalb immer noch viele Menschen der Auffassung, dass ein Bestatter lediglich Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Angehörigen brauche. Die vielfältigen Aufgaben eines Bestatters erfordern jedoch ein hohes Maß an Fachwissen und sozialen Kompetenzen. Mangelnde Qualifikation und unzureichende Ausbildung kann zu höchst unerfreulichen Gegebenheiten führen, und das in einer Situation, in der die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen schon schlimm genug ist. Deshalb sollte man sich schon zu Lebzeiten mit der Auswahl eines qualifizierten Bestatters beschäftigen.

Woran erkenne ich einen guten Bestatter?

Einen soliden Bestattungsbetrieb erkennt man an den Mitarbeitern. Viele Bestatter bieten auf ihrer Website Informationen rund um die Ausbildung und die Qualifikationen des Personals und die Erfahrungen des Bestattungsbetriebs. Wenn Sie beim Besuch der Website schon einen seltsamen Eindruck bekommen und den Bestatter nicht persönlich kennen, sollten Sie gegebenenfalls noch nach einem weiteren Bestatter Ausschau halten. Gute Bestatter bieten auf ihrer Website zusätzliche digitale Services, um die Suche nach Informationen und die Kontaktaufnahme so bequem wie möglich zu gestalten. Ein qualifizierter Bestatter nimmt sich ausreichend Zeit für die Beratung und informiert transparent und nachvollziehbar über die Bestattungskosten.

Übrigens sollten Sie auch bei der Bestattungsvorsorge darauf achten, dass die Gelder für Ihre eigene Bestattung sicher verwahrt werden und nicht im Betriebsvermögen des Bestattungsunternehmens sind. Hier finden Sie weitere Informationen rund um die Bestattungsvorsorge.

Unser Fazit:

Der Beruf des Bestatters ist vielfältig und abwechslungsreich. Neben den sozialen Kompetenzen erfordern die Aufgaben eines guten Bestatters eine qualifizierte Ausbildung und ein breites Fachwissen. Ein Besuch der Website und ein Gespräch vor Ort kann schnell Aufschluss über die Seriosität des Bestattungsbetriebs geben. Bei Discount-Bestattern oder vermeintlichen Billiganbietern sollten Sie die Angebote bei einem Bestatter vor Ort vergleichen und sich fachkundig beraten lassen.